Abendflug

Ich werde mich nicht konzentrieren müssen,
werde einfach in die Ferne schauen.
Die Sonne wird den Boden küssen,
ich sehe Berge, ich sehe Auen.

Ich werde einfach stehen dort,
werde den Wind spürn um mich wehen,
Im Herbste fliegen die Blätter hinfort,
ich werde durch das Vergangene gehen.

Ein Held werd ich sein,
zumindest so glauben,
nun bin ich ja doch ganz allein,
in den Süden ziehn die Tauben.

Werd mit ihnen fliegen,
werd mit ihnen ziehen,
niemand wird mich kriegen,
ich werde ihnen entfliehn.

Eine Heldentat, den Mut, so scheinend,
wird das ganze werden, sicherlich.
Wo die Nacht mit dem Tag vereinend
sich inne hält im goldnen Zwielicht.

So vereinend werde ich sein, Schatten, Licht,
Licht, Schatten, das wird eins.
Ein Blumenhauch, der mir die Nase sticht;
Oh, mir wird's gehören, wird alles meins.

Und werde ich auch nie erfahren,
was Leute drüber ewig sinniert,
werd ich doch hin zum Meere fahren,
wo sich alles neu generiert.

Ihr könnt mich mal! Das werd ich schrein,
aus voller kehle, bis zur Heißerkeit.
Mir egal, ich werd ganz ich selbst sein,
bin ganz die Welt, bin ganz befreit.

So geht auch diese Welt zu Ende
im frischen, müden Abendrot.
So streck ich meine Arm' und Hände
gen Himmel, flieg, und sterbe. Tot!

3.1.09 23:49

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